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Julia auf der grünen Wiese

Rückblick Mai 2024: Kündigungen, Weltschmerz & Tierheimbesuch

Im zweiten Quartal 2024 hab ich beschlossen, meinen beruflichen Instagram-Account ruhen zu lassen. Der Ertrag rechtfertigt einfach nicht mehr den Aufwand.

Es gibt viel zu kritisieren an Instagram, aber mir hat dort immer gefallen, dass man auch die Personen hinter primären Business-Accounts ein wenig kennengelernt hat. Und ich hab immer gern einen Schwank aus meinem Alltag geteilt. 

Deshalb hab ich beschlossen, meinen Blog etwas persönlicher zu machen und einen monatlichen Rückblick zu veröffentlichen. 

(Inspiriert haben mich dazu „Schaffts Schaffer?“, der monatliche Podcast-Rückblick von Strukturschafferin Susanne Schaffer, und der radikal ehrliche Jahresrückblick von Human-SEO-Boss Jane.)

Dann woll’n ma mal!

Verlässlichkeit? Fehlanzeige!

Mein täglich Brot verdiene ich (neben einer Mini-Anstellung bei einem regionalen Lebensmittel-Lieferdienst) ja als freiberufliche Marketingtexterin. Das lief in den letzten Monaten genau nach meinen Vorstellungen: Ich hatte drei feste Kunden, die mir jedes Monat Aufträge zugeschoben haben. Das war ideal, weil mir Verlässlichkeit wichtig ist. Ich kann so meinen Monat besser planen kann und muss nicht ständig neue Aufträge akquirieren.

Aber die Freiberuflichkeit wäre nicht die Freiberuflichkeit, wenn sich nicht alles von heute auf morgen ändern könnte.

Letzten Monat hat mir einer meiner Kunden gekündigt. Und meine Reaktion war: Juhu! Denn die Zusammenarbeit war schon seit länger nicht ideal (ich bekam wenig bis keinen Input, musste ewig auf Antworten warten, nie wurde ein Zeitplan eingehalten). Eigentlich war ich nach jedem Auftrag nur genervt und habe jedes Mal darüber nachgedacht, ihm zu kündigen. Hab ich aber nie, weil es sich nur um etwa drei Stunden Arbeit pro Monat gehandelt hat und ich dann einen neuen Kunden hätte finden müssen. Also habe ich unter Augenrollen weiter gearbeitet.

Nach dem letzten Auftrag hat es mir aber endgültig gereicht. Ich beschloss, den Kunden nach meinem Urlaub mitzuteilen, dass ich für weitere Aufträge nicht zur Verfügung stehe. Als ich aus Italien zurückkam, war er mir aber zuvorgekommen. Er hat selbst eingesehen, dass seine Briefings, sein Input und sein Feedback nicht sehr hilfreich waren. Da er aber nicht ausreichend Zeit habe, das zu ändern, habe er nun jemanden für meine Dienstleistungen engagiert, der sich in seiner Branche besser auskennt. Das ist für beide Parteien vermutlich die beste Lösung. (Ich verfolge natürlich gespannt, was mein Nachfolger fabriziert.)

Im Mai folgte dann eine weitere Kundenkündigung. Auf die hab ich aber so gar nicht mit „Juhu!, sondern mit Ugh. Echt jetzt?!reagiert. 

Die Zusammenarbeit mit dieser Firma hat mir Spaß gemacht, die Themen waren interessant und die Briefings und Rückmeldungen kamen immer pünktlich. Doch seit Anfang des Jahres hat es gestockt. 

Man sei noch in der Planung für 2024, hieß es. Das erste Briefing kam erst nach nach meiner Nachfrage im Februar. Dann war Funkstille. Kein Auftrag im März, kein Auftrag im April. 

Im Mai habe ich dann erneut nachgefragt. „Wir haben kein Budget mehr. Bis auf Weiteres kommen keine neuen Aufträge.“ Hmpf. Das kann natürlich vorkommen und nehme ich dem Unternehmen überhaupt nicht krumm. Was ich meiner Ansprechpartnerin aber krummnehme, ist, dass sie mir das nicht von selbst mitgeteilt hat, sobald diese Entscheidung getroffen wurde. Stattdessen hat sie mich einfach im Dunkeln gelassen, bis ich selbst nachgebohrt habe.

Ein typischer Fall dessen, was mich an der Freiberuflichkeit am allerallermeisten stört und mich regelmäßig verzagen lässt: Niemand sagt den Dienstleistern ab. Das ist eine unheimlich weit verbreitete Unart.

Falls du, liebe Leserin, angestellt bist und Dienstleisterinnen engagierst, bitte sei so gut und kommuniziere anständig mit ihnen! Wir sind große Mädchen und kommen damit klar, wenn man unser Angebot nicht annehmen oder die Zusammenarbeit beenden möchte. Was wir richtig doof finden, ist wenn man uns einfach ghostet. Wir bekommen nämlich nicht am Anfang jeden Monats Geld überwiesen, egal was wir die letzten vier Wochen geleistet haben.

Lieber wieder anstellen lassen?

Diese unschöne Entwicklung hat bei mir mal wieder die Frage ausgelöst, ob es nicht besser wäre, mich wieder anstellen zu lassen. Da hätte ich nämlich Verlässlichkeit.

Die Antwort kam dieses Mal in Form eines Workshops mit Lea Martial im Business Besties Club. Es ging darum, wie man seinen Arbeitsalltag nach den eigenen Bedürfnissen gestalten kann. 

Dafür haben wir einige typische Motive, die man als Mensch so hat, evaluiert. Meine Werte in den Kategorien „Geselligkeit“ (sehr unwichtig für mich) und „Unabhängigkeit“ (sehr wichtig für mich) haben mir vor Augen geführt, dass es schon einen guten Grund gibt, warum ich mich für die Selbstständigkeit entschieden habe. Ich vergesse das nur zwischenzeitlich gern mal. Auf der anderen Seite ist das Grass halt immer grüner, gell? 

Was stimmt eigentlich mit der Menschheit nicht?

Mein privater Mai war beschämend unspektakulär. Ich frage mich, was ich eigentlich gemacht habe. Denn gelesen habe ich nix. Geschrieben habe ich nix. Ich war nicht im Kino. Ich war nicht im Museum. 

Meine Fenster habe ich geputzt. Aufregend, was?

Aufregend war der Mai aber tatsächlich. Die letzten vier Wochen habe ich mich fast durchgehend gefragt, ob diese Welt noch zu retten ist. Manchmal passieren einfach zu viele furchtbare Dinge auf einmal. Oder vielleicht ist die Frequenz von Katastrophen und Skandalen stets die gleiche, wir nehmen es nur nicht immer so wahr. 

Mein Lowlight (neben allen Nachrichten aus dem Gazastreifen) war diese Meldung auf Guardian Online: „British woman admits role in global monkey torture network“ (ich würde an deiner Stelle nicht draufklicken, es ist eine unglaublich verstörende Story).

Ich kann wenig tun, um zu verhindern, dass Menschen unschuldige Tiere quälen und mein Einfluss auf Netanjahu hält sich ebenfalls in Grenzen. Was ich beeinflussen kann, ist mein Medienkonsum. 

Ich versuche deshalb im Interesse meiner mentalen Gesundheit, weniger Zeit am Handy zu verbringen. Dafür verwende ich mehrmals am Tag dessen Zen-Modus. Dabei kann man sein Smartphone zwischen einer und 120 Minuten so sperren, das man lediglich Anrufe entgegennehmen und die Kamera nutzen kann. Es gibt keine Möglichkeit, den Zen-Modus vorzeitig abzubrechen. Genial! 

Harrys Mai: Back to the roots

Wer ist Harry? Kurze Antwort: Mein Ein und Alles. 

Lange Antwort: Der süßeste (und sturste) Hund der Welt, den meine bessere Hälfte und ich vor zweieinhalb Jahren aus dem Tierheim Rothenburg adoptiert haben. Harry kommt ursprünglich aus Russland und muss dort einiges mitgemacht haben: Er hat zwei kaputte Augen, ein angeknabbertes Ohr, eine vernarbte Schnauze, eine Schrotkugel im Körper und eine Metallplatte im rechten Vorderberein. Aber trotz seiner bewegten Vergangenheit und Handicaps ist er super freundlich und lässt sich von seiner Blindheit nicht einschränken lässt.

Harry, ein mittelgroßer Hund mit rot-braunem Haar

Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Unterhaltung führen kann, ohne Harry zu erwähnen. Deshalb darf er natürlich auch in meinem Monatsrückblick nicht fehlen.

Harrys Highlight im Mai war ein Besuch in seinem ehemaligen Zuhause in Rothenburg. Nicht etwa, weil er da die lieben Menschen wieder getroffen hat, die ihn eineinhalb Jahre so gut betreut haben. Nein, weil es im Tierheim von Katzen wimmelt. Er liiiiiebt Katzen! So sehr, dass er ob des Geruchs in eine Parallelwelt abdriftet und nicht mehr ansprechbar ist.

Harry Lowlight war die Dusche, die er Anfang des Monats über sich ergehen lassen musste. Wasser liebt er nämlich nicht und erwägt nun eine Anzeige beim Veterinäramt aufzugeben.

Ansonsten hat der alte Mann (er wird auf 12 geschätzt) ein neues Medikament gegen Arthrose bekommen, das gut zu wirken scheint. Er ist ganz heiß darauf, morgens seine Tabletten zu fressen und will abends vom Gassi gehen gar nicht mehr heimkommen. 

Bereit für den Juni

Das war mein privat unspektakulärer, beruflich leider etwas deprimierender Monat. Per aspera ad astra im Juni, würde ich sagen! 

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Hi, ich bin Julia

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